Der Entwurf – oder die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Wenn man den Entwurf das erste Mal sieht, kommt einem die Aufgabe, diesen Korrektur zu lesen, ganz einfach vor. Ein Grundriss, Außenansichten, Türen, Fenster – sieht doch ganz einfach aus. Aber wie bei so vielen Dingen steckt der Teufel im Detail.

Grundriss nachmessen geht noch, einzig zu beachten ist, dass auf die Wände noch der Putz mit 1-1,5 cm kommt. Bei den Fenstern wird es schon schwieriger: hmmm, warum ist die Brüstungshöhe in der Küche anders als in den anliegenden Räumen? Glücklicherweise wird von Team Massivhaus ein mehrseitiger Bearbeitungshinweise mitgeliefert. Da steht dann dass die Brüstungshöhe in der Küche derzeit so berechnet ist, dass zwischen Arbeitsplatte und Fensteröffnung 8 cm Platz sind. Macht Sinn, außer man möchte wie wir die Arbeitsplatte in das Fenster reinlaufen lassen. Also die korrekte Brüstungshöhe ausrechnen mit der Formel „Tatsächliche Höhe – Arbeitsplatte + Fußbodenaufbau“. Fußbodenaufbau wird von Team Massivhaus mit 17 cm angegeben.

Nach dieser doch recht einfachen Rechenübung fallen einem dann auch noch andere Details auf, die eine Analyse wert sind. Warum z.B. befindet sich in jedem Zimmer ein kleines Objekt mit der Aufschrift „DD 14cm“? Anhand der Legende erfährt man, dass „DD“ für Deckendurchbruch steht. Aber das erklärt nicht, warum wir in jedem Zimmer so etwas haben möchten. Nach kurzem Überlegen sind wir aber doch noch dahinter gekommen: das sind die Auslässe für die Be- und Entlüftungsanlage! Ok, die müssen natürlich auch in ihrer Position geprüft werden, genau wie die dazugehörigen Installationsschächte.

So kommt man von einem ersten „ach ist das einfach“ zu einem „oh, ist schon Mitternacht, machen wir morgen weiter“ 🙂

Am spannendsten ist der HWR (für die noch nicht gestarteten: der Hauswirtschaftsraum oder heutzutage eher die Technikzentrale). Wir dachten unsere geplanten 9 qm reichen locker, kommt doch eh nicht viel mehr als Waschmaschine, Trockner, Gastherme und Regale zum Verstauen von Putzzeug und ähnlichem. Wie naiv! Die Gastherme ist noch das kleinste in dem Raum. Dazu kommt der Warmwassertank (ersetzt von der Größe her den früher üblichen Öltank), Elektro, Verteiler für Fußbodenheizung, Verteiler und Auslass für Lüftungsanlage, sowie alle Hausanschlüsse. Mit der geplanten Aufteilung von der Bauplanerin hätte da maximal noch eine Kiste Bier reingepasst. Also noch mal gemessen. Glücklicherweise war das Gäste-WC etwas großzügig geplant, so dass wir dort noch etwas in den HWR verschieben konnten.

Korrektur hat uns in allem knapp eine Woche gekostet, aber gerade der letzte Punkt war uns wichtig, sauber einzuplanen, damit es nicht unnötig hin und her geht. Hier auch ein großes Lob an unsere Bauplanerin, die bei den Fragen zu Änderungsmöglichkeiten beim HWR und anderen Sachen mit Rat und Tat zur Seite stand. Bei der Technik müssen zusätzlich zum benötigten Raum auch Mindestabstände untereinander und Freiraum vor den Gerätschaften einzuplanen. Das macht das ganze nicht einfacher.

Aber jetzt ist die Korrektur erst mal wieder auf dem Weg zu Team Massivhaus. Mal schauen wie der zweite Entwurf aussieht.

7 Gedanken zu „Der Entwurf – oder die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

  1. Sandra

    Hallo zusammen,

    huch unser HWR ist nur 5,18 m2 und da kommt unsere Wärmepumpe plus Zentrale Lüftungsanlage plus Waschmaschiene und irgendwann mal ein Trockner rein 😀
    Wo bringt ihr den das alles unter? Und was kommt bei euch in den HWR?
    Viele Grüße noch aus Berlin

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    1. Heiko Beitragsautor

      5,18 hört sich aber wirklich arg lütt an. Gut, wir haben wohl zusätzlich noch den Warmwasserspeicher, aber der nimmt max. 1 qm weg. Naja, man kann Waschmaschine und Trockner ja auch übereinander stellen 🙂

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        1. Sandra

          Wir haben zwar im OG ein Badezimmer von fast 17m2 aber da möchten wir keine Waschmaschine zu stehen haben, das passt da einfach optisch nicht rein! Das haben wir ja schon in der Mietwohnung.
          HWR war für mich schon immer eine Rumpelkammer mit Putzeimer, Staubsauger & Co. 🙂 aber jeder passt das ja seinen individuellen Bedürfnissen an! 🙂

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    1. Heiko Beitragsautor

      Ja, ist Ende letzter Woche gekommen und jetzt passt auch alles. HWR ist noch einen Quadratmeter größer geworden. Ist zwar immer noch nicht üppig, aber irgendwo will man ja auch noch wohnen 🙂

      Update gibt es wohl am Wochenende.

      Gruß,
      Heiko

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  2. Roland

    9 qm sind wirklich nicht viel. Wir haben gute 8 qm als HAR, allerdings kommt dort keine Waschmaschine, kein Trockner und auch keine Lüftungsanlage rein. Dennoch ist der Raum nicht wirklich leer.

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